Eifeler Presse Agentur, 6.4.2017

Anm.:  Die Eifeler Presse Agentur befragte alle Direktkandidaten zur Landtagswahl 2017 im Kreis Euskirchen (die Antworten wurden hier veröffentlicht). Bernd Essler kandidierte im Landtagswahlkreis 12 – Düren II – Euskirchen I, welcher überwiegend aus Teilen des Kreises Düren besteht, aber auch die Gemeinden Kall, Schleiden und Hellenthal im Kreis Euskirchen umfasst.

Was schätzen Sie besonders am Kreis Euskirchen?

Die Vielfalt der Landschaften und den Erholungswert.

Was möchten Sie im Kreis Euskirchen am dringendsten ändern?

Im Kreis Euskirchen kann ich nichts ändern. Dazu müsste ich im Kreistag sitzen, was nicht geschehen wird. Ändern würde ich im Landtag vor allem die Finanzierung der Kommunen und den unseligen Zwang, ständig Druck auf die Kommunen auszuüben, um durch die permanenten Erhöhungen der Grundsteuer B die ewigen strukturellen Defizite der Kommunen auszugleichen. Bundes- und Landesregierung schaffen ständig neue zusätzliche Pflichtaufgaben, die nur unzulänglich finanziert werden, so dass die Defizite in den kommunalen Haushalten ständig steigen und die Spielräume für freiwillige Leistungen gegen Null gehen. Ein klarer Verstoß gegen Art. 28 GG. Das ganze Steuerverteilungssystem bedarf einer grundlegenden Reform.

Warum wäre es gut, wenn Sie für den Kreis Euskirchen im Landtag säßen?

Ich kann mich für die kommunale Selbstverwaltung einsetzen, die aktuell durch das Parteienkartell ausgehebelt wird.

Wo sehen Sie den Kreis Euskirchen in zehn Jahren in wirtschaftlicher Hinsicht?

Die größte Gefahr kommt von der demographischen Entwicklung und durch die Ausdünnung der Bevölkerung durch Abwanderung, die gestoppt werden muss. Ansonsten wird der Unterhalt der ländlichen Infrastruktur für die Verbleibenden immer teurer und beschleunigt den Abwanderungsprozess. Der Landkreis hat Chancen, den Tourismus auszubauen, aber dazu bedarf es einer entsprechenden Regionalplanung und zukunftsorientierter Konzepte.

Wohin soll sich die Bildungslandschaft entwickeln?

Das müssen Sie die nächste Landesregierung fragen, die die Bildungspolitik in NRW bestimmen wird. Die Bildungspolitik ist seit jeher das Feld für nicht immer gelungene Experimente. Das wird auch zukünftig so bleiben. Mehr gesunder Menschenverstand bei den Vorhaben wäre schon ein Fortschritt.

Wie soll dem demografischen Wandel entgegengewirkt werden?

Die Leute in der Region zu halten gelingt nur, wenn Ihnen eine wirtschaftliche Existenz vor Ort ermöglicht wird. Der ursprünglich unterentwickelte Norden Luxemburgs zeigt, wie es geht, ein Mix aus steuerlichen Anreizen, guter Verkehrsinfrastruktur und breitem Marketing für die Region, eine Aufgabe für den Wirtschaftsminister. Der war in der Vergangenheit mehr damit beschäftigt, wirtschaftliche Aktivitäten zu behindern.

Wie soll sich der Tourismus entwickeln?

Der Tourismus braucht Konzepte, die eine Ganzjahresbelegung ermöglichen. Das erfordert Investitionen, aber auch eine bereits angesprochene Regionalplanung.

Was ist Ihre liebste Freizeitbeschäftigung?

Schwimmen, Radfahren, Oper und Kunstausstellungen

Was ist Ihre positivste Eigenschaft?

Ich kann zuhören.

Was ist Ihr größtes Laster?

Das kann ich nicht beurteilen. Darüber sollten andere urteilen und ich glaube, dass es dazu unterschiedliche Meinungen geben wird. Und das ist auch gut so.

Was können wir für Sie tun?