Europawahl 2019: AfD in den Bundesländern

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AfD und Wahlbeteiligung: Europawahl als Testfall
AfD-Ergebnisse in Ländern und Bund, von 2013 bis Mai 2019.
AfD-Ergebnisse in den Bundesländern und im Bundesdurchschnitt. Enhaten sind die Ergebnisse der Europawahlen 2019 und 2014, der Bundestagswahlen 2017 und 2013, sowie der letzten Landtagswahl im jeweiligen Bundesland (das Datum der jeweiligen Landtagswahl ist unter dem Länderkürzel angegeben. Mit Ausnahme von Hessen und Bremen nahm die AfD bislang nur einmal an einer Landtagswahl teil).

Wie schnitt die AfD zur Europawahl 2019 in den einzelnen Bundesländern ab? Gab es Verschiebungen im Vergleich zur Bundestagswahl 2017? Das grundlegende Muster ist geblieben. Deutschland zeigt sich im Wesentlichen dreigeteilt (Ausnahme Berlin):

  • An der Spitze stehen die neuen Bundesländer, und hier wiederum dominiert Sachsen.
  • Danach folgt Süddeutschland. Aber selbst hier liegen die Ergebnisse 2017 und 2019 unter dem Bundesdurchschnitt. Was die Dominanz der AfD in den neuen Ländern illustriert. Zur Bundestagswahl 2013 sowie zur Europawahl 2014 konnte die AfD auch in Süddeutschland noch Ergebnisse über dem Bundesdurchschnitt liefern. Inmitten der süddeutschen Ergebnisse finden sich auch die Ergebnisse für den Sonderfall Berlin.
  • Und am Ende Norddeutschland (wobei sich „Nord“ hier und im Folgenden auf das „alte Norddeutschland“, also ohne Mecklenburg-Vorpommern, bezieht) mit Hamburg als absolutem Schlusslicht. Die Grenze zwischen Süd- und Norddeutschland verlief zur Bundestagswahl 2017 zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen einerseits, sowie NRW und Niedersachsen andererseits.

Zur Europawahl 2019 fielen die AfD-Stimmanteile, verglichen mit der Bundestagswahl 2017, in fast allen Bundesländern ab (dies wurde in einem eigenen Beitrag dargestellt). Die Ausnahme ist Sachsen-Anhalt, hier stiegen die Anteile leicht um 0,8 Prozentpunkte. Wenn man die Stadtstaaten ausnimmt, fiel der Rückgang des AfD-Stimmanteils in den großen süddeutschen Flächenländern Bayern, BaWü und Hessen am stärksten aus. Also gerade dort, wo die AfD zur Bundestagswahl 2017 ihre besten Ergebnisse auf dem Gebiet der alten Flächenländer holte. Zur Bundestagswahl 2017 war Bayern noch das alte Bundesland mit den höchsten AfD-Ergebnissen (zur Landtagswahl 2018 konnte die AfD daran jedoch nicht anknüpfen). Und hier gab es nun mit 3,9 Prozentpunkten den mit Abstand höchsten Rückgang. Was wohl mit Manfred Weber und dem Zuwachs der CSU in Bayern zu tun hat (die Verluste der Union zur Europawahl 2019 gingen allein auf das Konto der CDU).

AfD-Ergebnisse in den Bundesländern, relativ zum Ergebnis im Bund, von 2013 bis Mai 2019.
Wie oben, die AfD-Ergebnisse im Land wurden jedoch relativ zum Bundesdurchschnitt dargestellt. Im Fall der Landtagswahlen erfolgte die Darstellung relativ zum durchschnittlichen Landtagswahlergebnis, berechnet aus der Anzahl der AfD-Wähler und der totalen Anzahl der gültigen Stimmen, jeweils summiert über alle letzten Landtagswahlen (Anm.: in Hamburg und Bremen können die Wähler mehrere Stimmen abgeben. Als „Anzahl der AfD-Wähler“ wurde hier deshalb der prozentuale Stimmanteil der AfD, multipliziert mit der Anzahl abgegebener gültiger Wahlzettel, angenommen).

Damit sieht die neue Rangordnung wie folgt aus: Die neuen Bundesländer bleiben natürlich vorn. Absoluter Spitzenreiter ist und bleibt Sachsen, trotz verringertem Vorsprung (in den neuen Bundesländern ging der Anteil der AfD in Sachsen am stärksten zurück). Hier, aber auch in Brandenburg, kam die AfD zur Europawahl 2019 auf Platz 1. Bestes altes Bundesland, was die AfD-Ergebnisse betrifft, wurde diesmal Baden-Württemberg, aber selbst hier bleibt die AfD unter dem Bundesdurchschnitt: Die Dominanz der neuen Ländern verstärkte sich sogar noch einmal. Und Schlusslicht bleibt der Norden (ohne NRW!) im Allgemeinen und Hamburg im Speziellen..

In einem Punkt wurde jedoch das Süd-Nord-Gefälle aufgebrochen: NRW liegt vor Bayern! NRW war bisher eher ein Sorgenkind. Platz 14 zur Bundestag 2013, gar nur Platz 15 zur Europawahl 2014, immerhin Platz 13 zur Bundestagswahl 2017 (im Norden war nur Bremen noch besser). Und nun mit 8,52% Platz 11, damit nicht nur Bremen überholt, sondern eben auch Bayern (8,51%. Sehr knapp, aber dennoch ….)! Es geht aufwärts mit der AfD in NRW …

Im Kreis Düren lag die AfD diesmal übrigens erstmals in ihrer Geschichte deutlich über dem NRW-Durchschnitt. Konkret waren es 9,7%. Und damit auch vor Bayern. Das macht Mut!

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