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Europawahl 2019: AfD-Ergebnisse in den Ortsteilen des Kreises Düren

Indemann
Der Indemann oberhalb von Lucherberg. Quelle: Wikipedia.

Es hat leider etwas länger gedauert, aber nun haben wir auch die AfD-Ergebnisse zur Europawahl am 26. Mai 2019 auf Ebene der Ortsteile des Kreises Düren auf unserer Webseite als Tabelle eingestellt (wobei sie dort mit den Ergebnissen früherer Wahlen verglichen werden können). Das beste Ergebnis holte die AfD mit 16,67% in – Überraschung – einem Ortsteil der Gemeinde Inden. Genauer in Europawahl 2019: AfD-Ergebnisse in den Ortsteilen des Kreises Düren weiterlesen

Europawahl 2019: Die Parteien in Düren

Europawahl 2019: Wahlergebnisse von CDU, SPD, Grünen, AfD, FDP und Linken in den Stimmbezirken der Stadt Düren
Europawahl 2019: Wahlergebnisse von CDU, SPD, Grünen, AfD, FDP und Linken in den Stimmbezirken der Stadt Düren., aufgetragen als Funktion der Wahlergebnisse der AfD. Zudem ist eine Linearanpassung dargestellt

So ging die Europawahl 2019 in der Stadt Düren aus: Stärkste Partei wurde mit 30,2% ziemlich souverän die CDU. Nur in 11 der 54 Stimmbezirke  (ohne Briefwahlbezirke) kam sie nicht auf Platz 1: In sieben Bezirken musste sie der SPD den Vortritt lassen, in fünf den Grünen. Im Stimmbezirk 14.0 in Düren-Nord (Alte Jülicher Str. bis zur ehem. Kreisbahn, und  Bretzelnweg) lagen sowohl SPD als auch Grüne (beide je 20,9%) vor der CDU (18,0%, gleichzeitig ihr schlechtester Wert in Düren auf Stimmbezirksebene). Ihren Bestwert holte die CDU in Berzbuir & Kufferath (40,6%). Hier gab es mit 15,0% auch den schlechtesten Wert für die SPD, und mit 50,4% die höchste Wahlbeteiligung im Wahllokal. Der Dürener Durchschnitt lag bei 36,5%, hier sind jedoch die  Briefwähler nicht enthalten (diese umfassen 29,5% aller in der Stadt Düren abgegebenen Stimmen, sind jedoch keinem Stimmbezirk zuordenbar). Inklusive Briefwähler lag die Wahlbeteiligung der Stadt Düren bei 51,7%.

Auf Platz 2 in der Stadt Düren kam die SPD (20,5%) knapp vor den Grünen (17,6%). In 31 Stimmbezirken hatte die SPD die Nase vorn, in 22 die Grünen, in einem (14.0, siehe oben) lagen sie gleichauf. Ihren Bestwert von 30,0% holte die SPD im Bezirk 15.1  (Grüngürtel-Viertel von Freiheitstr. bis Blücherstr. ). Hier hatte gleichzeitig auch die AfD ihr bestes Ergebnis: Sie kam mit 18,6% gemeinsam mit der CDU auf Platz 2, während sich die Grünen mit Platz 4 begnügen mussten (11,8%, ihr zweitschlechtestes Ergebnis).  Das beste Ergebnis für die Grünen (23,0%) gab es im Bezirk 21.0 (Dechant-Bohnekamp-Str. & südlich davon. Hier lagen die Grünen aber trotzdem hinter der auf 27,3% gekommenen CDU). Schlusslicht bei den Grünen war mit 11,8% der Bezirk 10.0 (Merken West), deutlich hinter CDU 33,0% und SPD (22,7%), aber noch vor der AfD (8,7%).

Die AfD holte mit 10,7% Platz 4. Die Stimmbezirke mit den  stärksten AfD-Ergebnisse konzentrieren sich auf zwei Gebiete in Düren: östlich von Schoellerstr. und Euskirchener Str.  oder aber in Rölsdorf im Westen Dürens (siehe dazu einen eigenen Beitrag). In diesen Stimmbezirken schnitt die CDU eher schwach ab und lag zumeist nur knapp vor oder gar hinter der SPD,  und gleichzeitig hatte die SPD noch einen deutlichen Vorsprung vor den Grünen.  Die AfD zog  nirgends an CDU oder SPD vorbei, aber kam in 6 Bezirken vor den Grünen auf Platz 3 (bzw. im Bezirk 15.1 im Grüngürtel gemeinsam mit der CDU auf Platz 2,  siehe oben). Das beste Ergebnis der AfD (18,6% in besagtem Bezirk 15.1) liegt nur geringfügig über dem schlechtesten Ergebnis der CDU (18,0% im Bezirk 14.0 in Düren-Nord, siehe oben). Das schlechteste Ergebnis der AfD waren 5,4% im Bezirk 01.0 (Niederau Süd). Hier musste die AfD der FDP den Vortritt lassen, dasselbe gilt für zwei weitere Bezirke (10.1 Merken Ost und  06.0 Gürzenich Nordwest). Und in einem Bezirk musste die AfD stattdessen die Linken (10,5%, ihr zweitbestes Ergebnis) an sich vorbeiziehen lassen. Nämlich im Bezirk 14.1 im Nordviertel (Josef-Schregel-Str. & LVR-Klinik).

FDP (6,2%) und Linke (4,5%) lieferten sich schließlich in den meisten Stimmbezirken ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Plätze 5 und 6 (dort, wo die AfD zwischen beiden einkam, wurden es die Plätze 5 und 7).  In 28 Stimmbezirken lag die FDP vorn, in 24 die Linken, in 2 Bezirken kamen sie gleichauf. Die FDP-Ergebnisse variierten dabei zwischen 7,96% bzw. 7,95% (Bezirke 11.0 Arnoldsweiler Südund 10.1 Merken Ost) und 2.0% (Bezirk 14.1 im Nordviertel).  Die Ergebnisse der Linken lagen zwischen 12,0% (Bezirk 17.0, Kölner Landstr. von Friedrich-Ebert-Platz bis Moschee. Hier kam die AfD auf 13,1%) und 1,8% in der FDP-Hochburg 11.0 (Arnoldsweiler Süd).

Korrelation zwischen den Stimmbezirks-Ergebnissen der AfD und der anderen relevanten Parteien bei allen bisherigen Wahlen in Düren
Korrelation zwischen den Stimmbezirks-Ergebnissen der AfD und der anderen relevanten Parteien, sowie der Wahlbeteiligung, bei allen Wahlen in Düren mit AfD-Beteiligung von 2013 bis 2019. Anm.: Zur Bürgermeisterwahl 2015 gab es nur 3 Kandidaten, sie gehörten der CDU, SPD bzw. AfD an.

Eine Untersuchung des Zusammenhangs zwischen den Ergebnissen der AfD und dem der anderen Parteien ist insofern interessant, als dass sich daraus ggf. Aussagen ableiten lassen, welches Wählermilieu der AfD besonders zugetan ist und welches weniger. Eine praktische mathematische Größe ist der Korrelationskoeffizient. Dieser ist wie folgt zu verstehen: Ein Koeffizient von 1 wäre ein perfekter Zusammenhang: je stärker die AfD in einem bestimmten Stimmbezirk, umso stärker auch die andere Partei. Ein Koeffizient von -1 wäre ebenso perfekt, aber andersherum: je stärker die AfD, umso schwächer die andere Partei. Ein Koeffizient von 0 schließlich bedeutet: Es gibt überhaupt keinen Zusammenhang.

Wenn man nun die Korrelationskoeffizienten für die Europawahl 2019 mit denen der Landtags- sowie der Bundestagswahl 2017 und auch der Bürgermeisterwahl 2015 vergleicht, stellt man fest: Die Korrelationen sind schwächer geworden (aber im Wesentlichen immer noch deutlicher als bei den Wahlen 2013-14). Am stärksten ist noch der Zusammenhang zwischen den Ergebnissen von AfD und CDU (Koeffizient 0,5), was wohl daran liegt, dass die AfD in CDU-dominierten traditionell-konservativen Stimmbezirken unterdurchschnittlich abschneidet. In die gleiche Richtung weist auch die Anti-Korrelation zur Wahlbeteiligung im Wahllokal (hier beträgt der Koeffizient aber nur noch -0,33). Umgekehrt besteht eine positive Korrelation mi den Ergebnissen der Linken, was auf überdurchschnittlich hohe Sympathien für die AfD im prekären Milieu hindeutet. Aber auch hier ist keine Regel ohne Ausnahme (siehe das oben thematisierte schwache Abschneiden der AfD in der Linken-Hochburg Nordviertel), entsprechend beträgt der Koeffizient nur noch 0,28. Und die in die gleiche Richtung weisende positive Korrelation zur SPD, welche seit 2014 bestand, scheint sogar ganz verschwunden zu sein. Was aber wohl mehr über die SPD als über die AfD aussagt (es scheint kein gesellschaftliches Milieu mehr zu geben, welches über- oder auch unterdurchschnittlich häufig  SPD wählt). Die Korrelation zu den Grünen und zur FDP  ist wie immer negativ. Aber auch sie hat sich abgeschwächt und liegt bei nur noch -0,27 (Grüne) bzw. -0,20 (FDP). Denn die Grünen legten praktisch überall zu, egal ob in Stimmbezirken mit schwachen oder starken AfD-Ergebnissen). Die Ursache der Abschwächung der Korrelationen liegt vermutlich darin, dass die AfD 2017 einen hohen Zuspruch im prekären Milieu hatte (wo auch Linke und zuindest bisher die SPD  überdurchschnittlich, CDU, FDP und Grüne hingegen unterdurchschnittlich gut punkten). Den hat sie zwar sicher nach wie vor, Angehörige des prekären Milieus sind aber generell eher weniger von einer Stimmabgabe bei einer vergleichsweise „unwichtigen“ Wahl zu begeistern. Weshalb das AfD-Ergebnis zur Europawahl wieder stärker vom Wahlverhalten bürgerlicher Wähler bestimmt wurde und somit Rölsdorf nun auf einmal eine AfD-Hochburg ist.

 

Europawahl 2019: Die AfD in den Dürener Stimmbezirken

Die AfD ist nun auch in der Stadt Düren in einer Konsolidierungsphase angekommen. Bisher legte sie bei praktisch jeder Wahl zu – in der Stadt genauso wie im Kreis Düren, in NRW (und in den meisten anderen Ländern ebenfalls) und im Bund. Nun, zur Europawahl 2019, ging der Stimmanteil im Vergleich zur vorigen Wahl (hier: Bundestagswahl 2017, Zweitstimmen) erstmals um mehr als 0,1 Prozentpunkte zurück – in der Stadt Düren von 11,1% auf 10,7%, also um etwa 0,4 Prozentpunkte. Das ist noch weniger als die ohnehin schon geringen  Rückgänge in NRW und im Bund (0,9 bzw. 1,6 Prozentpunkte). Im Kreis Düren konnte die AfD sogar noch mal um 0,1 Prozentpunkte zulegen, dazu gab es einen eigenen Beitrag. In absoluten Zahlen gingen 2019 32.572 Bürger der Stadt Düren zur Wahl (51,7% der Wahlberechtigten), davon wählten 3.459 die AfD. Das ist immerhin mehr als zur NRW-Landtagswahl 2017 ( 3.182 Zweitstimmen = 8,9% für die AfD , bei einer Wahlbeteiligung von 36.126 = 56,8%), aber erwartungsgemäß deutlich weniger als zur Bundestagswahl 2017 (4.467 AfD-Zweitstimmen, die Wahlbeteiligung lag hier aber auch insgesamt deutlich höher: 43.646 = 68,8%).

AfD-Wahlergebnisse in den Stimmbezirken der Stadt Düren
AfD-Wahlergebnisse in den Stimmbezirken der Stadt Düren, von der Bundestagswahl 2013 bis zur Europawahl 2019. Die Stimmbezirke wurden dabei in absteigender Reihenfolge nach dem Ergebnis zur Europawahl 2019 sortiert.

Auf Stimmbezirksebene sah es wie folgt aus: Ihren Spitzenwert holte die AfD mit 18,6% im Stimmbezirk 15.1 (Grüngürtel-Viertel von Freiheitstr. bis Blücherstr. ). Dies ist gleichzeitig der Stimmbezirk mit dem mit Abstand besten Ergebnis der SPD (30,0%), und ironischerweise auch der Stimmbezirk, in welchem die AfD beim Erstantritt zur Bundestagswahl 2013 noch mit 2,0% ihr bislang schlechtestes Stimmbezirks-Ergebnis überhaupt holte. Damals lagen die AfD-Hochburgen noch in Dürens nördlichen Vororten Mariaweiler, Hoven, Arnoldsweiler und Merken. Aber spätestens zur Bürgermeisterwahl 2015 hatte sich der Zuspruch zur AfD  in den verschiedenen Wählermilieus gründlich verschoben, und der gesamte Ferne Osten (Schoellerstr., Euskirchener Str. und alles östlich davon) entwickelte sich mehr und mehr zur AfD-Hochburg: Neben Platz 1 liegen auch die Plätze 3-6 des Jahres 2019 hier. Auf Platz 2 kam allerdings mit 17,3% der Stimmbezirk 04.1 Rölsdorf Ellernbusch. Erstmals ist somit ein Stimmbezirk im Alten Stadtgebiet westlich der Rur in der Spitzengruppe. Auch die benachbarten Stimmbezirke 04.0 Rölsdorf Mühlenau und 03.1 Rölsdorf Süd machten im Vergleich zur Bundestagswahl 2017  gewaltige Sprünge nach vorn und kamen mit 15,5% und 15,4% auf den Plätzen 7 und 8 ein. Aber zurück zur Spitze: Das Satellitenviertel (Bezirk 18.1) kam mit 17,1% diesmal auf Platz 3. Die AfD erzielte hier 2017 ihre bisherigen Rekordwerte: 19,0% zur Landtagswahl und dann sogar 20,1% zur Bundestagswahl. Diese blieben 2019 unerreicht. Es folgen die Bezirke 15.0 (Schoellerstr., Arnoldsweilerweg. & Teile Grüngürtel-Viertel, 16,7%), 19.0 (An der Windmühle bis Amsterdamer Str., 16,6%) und 19.1 (Wörthsiedlung, 16,1%). Und dann wie schon gesagt wieder Rölsdorf.

In einigen Stimmbezirken ging der AfD-Stimmaneil aber schon deutlich zurück. Zu nennen ist insbesondere das Nordviertel (Bezirk 14.1): 2017 noch 12,8% zur Land- und sogar 14,8%  zur Bundestagswahl, jetzt mit 7,8% eher weit hinten; nur in 5 Stimmbezirken war die AfD noch schlechter. Allerdings sollte man dies nicht überbewerten: Es gab nur 158 abgegebene Stimmen (davon 12 für die AfD), mit 20,9% war dies damit der Stimmbezirk mit dem niedrigsten Anteil abgegebener Stimmen im Verhältnis zur Anzahl der Wahlberechtigten. D.h. eine einzige Großfamilie kann das Ergebnis schon signifikant verschieben. Den höchsten Anteil im Wahllokal abgegebener Stimmen gab es übrigens in Berzbuir & Kufferath mit 50,4%, wo die CDU mit 40,6% ihren besten und die SPD mit 15,0% ihren schlechtesten Wert holte (die AfD kam auf 8,4%). Die durchschnittliche Wahlbeteiligung in allen Dürener Wahllokalen lag bei 36,5%. Diese Zahl enthält jedoch nicht die Briefwähler, welche keinem Stimmbezirk zuordenbar sind. 29,5% aller in der Stadt Düren abgegebenen Stimmen entfielen auf Briefwähler, die Wahlbeteiligung der Stadt Düren lag deshalb insgesamt bei 51,7%. Theoretisch wäre also möglich, dass in Wahrheit auch das Nordviertel ein AfD-Spitzenergebnis lieferte, die AfD-Anhänger diesmal jedoch überproportional häufig per Brief wählten. Aber wir gehen mal nicht davon aus.

Zum Abschluss noch die drei Bezirke mit den niedrigsten AfD-Anteilen:  Im Bezirk 06.1 (Derichsweiler Nord) holte sie 7,0% (Bundestagswahl 2017 9,6%), im Bezirk 02.1 (Lendersdorf West) 6,8% (Bundestagswahl 2017 9,8%), und absolutes Schlusslicht ist Bezirk 01.0 (Niederau Süd) mit 5,4% (Bundestagswahl 2017: 12,1%!). Vor allem die beiden letzten Ergebnisse dürften AfD-Gegner aller Couleur freuen, welche zuletzt verstärkt in ebenjener Gegend aufmarschierten, um gegen diverse AfD-Veranstaltungen im Schloss Burgau zu krakeelen (und leider gab es auch Vandalismus). Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass der Stimmrückgang der AfD im Dürener Süden damit im Zusammenhang steht. Und bei der nächsten Wahl kann es auch schon wieder ganz anders aussehen …

Die AfD-Ergebnisse der Dürener Stimmbezirke bei allen bisherigen Wahlen gibt es bei uns in einer sortierbaren Tabelle.

 

Bernd Essler: Straßenausbaubeiträge abschaffen!

Dürens AfD-Fraktionsvorsitzende Bernd Essler ist nicht nur im Stadtrat in Sachen Kommunalpolitik unterwegs, sondern auch im Landtag von NRW: Bernd Essler wurde durch die AfD-Landtagsfraktion als Sachverständiger zum Thema Straßenausbaubeiträge benannt, und kam als solcher am 7. Juni 2019 im Rahmen einer Landtags-Anhörung  zum Einsatz. Siehe dazu das folgende kurze Interview (2:21 min), geführt vom Landtagsabgeordneten Roger Beckamp.

Hier der Inhalt kurz zusammengefasst: Bernd Essler: Straßenausbaubeiträge abschaffen! weiterlesen

Europawahl 2019: Ergebnisse in den Gemeinden des Kreises Düren

Hohe Wahlbeteiligung an der Europawahl 2019: 61,4% bundesweit und auch in NRW, 60,4%  im Kreis und 51,7% in der Stadt Düren.  Im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 (Bund 76,2%, NRW 75,4%, Kreis 75,9%, Stadt 68,8%) ist das ein nur moderater Rückgang  . 2014 waren die Verhältnisse noch ganz andere – dazu wird es einen eigenen Beitrag geben. Offenbar wird auch die Europawahl jetzt als wichtig wahrgenommen. Und wir begrüßen dies ausdrücklich! Auch wenn von dieser Mobilisierung wohl eher eine andere Partei profitierte: Klarer Gewinner waren die Grünen, welche im Bund und auch in NRW die dramatisch abgestürzte SPD glatt auf Platz 3 verwiesen. Der Stimmanteil der (sowohl im Bund als auch in NRW) auf Platz 4 gelandeten AfD ging derweil zum ersten Mal in ihrer Geschichte leicht zurück im Vergleich zur vorhergehenden  bundesweiten Wahl (im Bund von 12,6% zur Bundestagswahl 2017 auf jetzt „nur“ 11,0%).

Wahlergebnisse von CDU, SPD, Grünen, AfD, FDP und Linken in den Gemeinden des Kreises Düren zur Europawahl 2019 und zur Bundestagswahl 2017
Wahlergebnisse von CDU, SPD, Grünen, AfD, FDP und Linken in den Gemeinden des Kreises Düren zur Europawahl 2019 (fette Linien und Symbole) und zur Bundestagswahl 2017 (dünne Linien und offene Symbole). Die Gemeinden sind in der Reihenfolge des Abschneidens der AfD zur Europawahl 2019 geordnet.

Im Kreis Düren stellte sich das Ergebnis der Europawahl nicht ganz so dramatisch dar wie in NRW oder im Bund. Auch hier verlor die SPD stark Europawahl 2019: Ergebnisse in den Gemeinden des Kreises Düren weiterlesen

Erste Ratssitzung 2019: Alkoholverbot kommt, Maimarkt bleibt

Rathaus Düren am 20.2.2019Bei der ersten Ratssitzung des Jahres 2019, am 20. Februar, gab es zur Abwechslung keinen einzigen generellen Zwist wischen Ampel-Plus-Koalition einerseits und CDU andererseits. Vielmehr verlief bei den beiden wirklich kontroversen Themen der Riss quer durch die Koalition und in einem Fall sogar quer durch deren Fraktionen (die CDU-Fraktion hingegen stimmte wie immer wie ein Mann ab). Erste Ratssitzung 2019: Alkoholverbot kommt, Maimarkt bleibt weiterlesen

AfD wirkt: Aus für den Bezirksausschuss Düren-Nord

Am 16. Mai 2018 kam es mal wieder auf die AfD an. Konkret wurde ein Prestigeprojekt der Ampel-Plus-Koalition, nämlich der Bezirksausschuss Düren-Nord, für diese Legislaturperiode wohl ad acta gelegt. Die von der Koalition beantragte Änderung der Hauptsatzung hätte aus rechtlichen Gründen der Zustimmung von 26 Stadträten (die Mehrheit der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder) bedurft. Es waren zwar alle 26 Stadträte der Koalition anwesend, aber am Ende gab es in der geheimen Abstimmung eben nur 25 Ja. Eine Stimme war ungültig, und 21 Stadträte (die Summe aller Anwesenden von CDU, AfD, LKR und Bürgermeister Paul Larue) votierten mit Nein. Wobei die ungültige Stimme wohl kein „Unfall“ war: Am 20. Februar 2018 wurde über den selben Antrag schon einmal geheim abgestimmt, und es gab bei 24 anwesenden Amplern nur 23 Ja, die übrigen 22 Anwesenden votierten mit Nein. Man ging davon aus, dass der Antrag somit angenommen wäre. Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass  26 Ja-Stimmen erforderlich gewesen wären, deshalb wurde der Antrag nun erneut auf die Tagesordnung gesetzt). Diesmal hätte es trotz des einen Abweichlers mit den 26 Ja klappen können, wenn die AfD dem Antrag der Koalition zugestimmt hätte (was die AfD durchaus tut, wenn sie einen Koalitionsantrag für richtig erachtet).

Die AfD hat sich hier allerdings ganz klar dagegen ausgesprochen. Denn dieser Bezirksausschuss bringt den Bürgern in Düren-Nord überhaupt nichts. AfD wirkt: Aus für den Bezirksausschuss Düren-Nord weiterlesen

Analyse: Das Wirken der AfD im Stadtrat Düren (Stand Ende 2017)

Zu Beginn des Jahres 2018 ist es mal wieder Zeit zurückzublicken auf die bisherige Bilanz der AfD-Fraktion im Stadtrat Düren sowie des Stadtrats im Allgemeinen.  Hier eine kurze Zusammenfassung; für detaillierte Analysen den Links im Text folgen.

Wie gingen Ratsabstimmungen aus?

Die meisten in den Stadtrat eingebrachten Anträge sind nicht kontrovers und werden einstimmig angenommen (sofern sich eine Minderheit enthält, gilt der Antrag ebenfalls als einstimmig angenommen). In der laufenden Legislaturperiode gab es bis zum Jahresende 2017 nach unserer Zählung aber auch insgesamt 77 mehrheitlich entschiedene offene Abstimmungen in den öffentlichen Teilen der Ratssitzungen. „Mehrheitlich entschieden“ (entweder angenommen oder abgelehnt) bedeutet dabei, dass eine Minderheit konträr abstimmte, d.h. es gab sowohl Ja-als auch Nein-Stimmen.  Bei 54 (70,1%) dieser 77 Abstimmungen setzte sich die regierende Ampel-Plus-Koalition aus SPD (16 Sitze), Grünen (5), Linken (3) und FDP (2)  gegen die oppositionelle CDU durch. Diese hält 20 Sitze, hinzu kommt der 2015 wiedergewählte, ebenfalls der CDU angehörende, Bürgermeister Paul Larue (der bei manchen Abstimmungen nicht stimmberechtigt ist). Aus eigener Kraft schaffte es die Koalition allerdings nur bei 52 Abstimmungen (67,5%), bei den übrigen zwei (2,6%) war sie auf die Unterstützung der AfD angewiesen Analyse: Das Wirken der AfD im Stadtrat Düren (Stand Ende 2017) weiterlesen

Zur Ratssitzung am 11. Oktober

Die Ratssitzung begann mit einer Bitte der CDU-Fraktion an ihre Kontrahenten um ein Pairing: Da zwei CDUler wegen Erkrankung fehlten, wäre es doch fair, wenn auch auf Seiten der Koalition jemand aussetzen würde. Worauf die Koalition (die auch einen Krankheitsfall hatte) dann auch einging – ein SPDler sollte sich bei der einzigen wirklich kontroversen Entscheidung des Abends enthalten.

Das Streitthema des Abends, welches auch die meisten der etwa 15 Gäste auf der Empore bewegte, war der Christliche Sportverein Düren e.V. (CSV). Dieser sollte 250.000 Euro Zuschuss zur Errichtung eines Fußballsportheimes bekommen. So viel war unstrittig. Aber wo sollte dieses Heim entstehen? Zur Ratssitzung am 11. Oktober weiterlesen

Die 10 Milieus und das AfD-Ergebnis – in den Ländern und im Kreis Düren


Die Bertelsmann-Stiftung hat eine Studie unter dem Titel „Populäre Wahlen: Mobilisierung und Gegenmobilisierung der sozialen Milieus bei der Bundestagswahl 2017“ (Autoren Robert Vehrkamp und Klaudia Wegschaider. PDF 7MB) herausgebracht, deren Ergebnisse sich wunderbar benutzen lassen, um zu untersuchen, warum die AfD in manchen Bundesländern besser abschnitt als in anderen. Und selbst auf Wahlkreisebene – also auch für den Kreis Düren – wurden Daten bereitgestellt. Dazu weiter unten. Aber auch sonst ist die Studie sehr lesenswert. Das Resultat wird in obiger „Kartoffelgrafik“ zusammengefasst: Deutschlands Wahlberechtigte wurden in 10 sogenannte Sinus-Milieus eingeteilt, wobei jedes Milieu zwischen 7 und 14 Prozent der Wahlberechtigten umfasst. Die Einteilung erfolgt dabei einerseits anhand der tatsächlichen sozialen Situation, zum anderen auf einer Selbsteinschätzung entlang der Konservativ-Progressiv-Skala. Und nun wurde ermittelt, wie die Bundestags-Parteien innerhalb der einzelnen Milieus abgeschnitten haben. Im Ergebnis wurde dann eine Diagonale quer durch die Kartoffelgrafik gezogen, Die 10 Milieus und das AfD-Ergebnis – in den Ländern und im Kreis Düren weiterlesen